Stoppt die Plastikflut im Meer!

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Dass die Verschmutzung der Weltmeere ein großes Problem darstellt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Trotzdem landen immer noch 8 Tonnen des weltweit produzierten Plastiks im Meer! Es ist Zeit, die Müllflut einzudämmen - und jeder kann etwas dafür tun!

Flaschen, Verpackungen, Frischhaltefolie - Plastik ist aus unserem Haushalt kaum noch wegzudenken. Doch die Plastikmassen bleasten unsere Umwelt extrem. Alleine in Deutschland werden jährlich 2,8 Millarden Coffe-to-go Becher weggeworfen, die wir nicht recyceln können. Obst, Gemüse, Käse und Wurst werden unnötig in Folien und Netze verpack. Plastikmüll wird in Flüssen, Seen und Meeren abgeladen, er gefährdet Tiere und Pflanzen. Aus diesem Müll entsteht Mikroplastik, welches in die Nahrungskette gelangt und so auch bei uns auf den Tellern landet.

 

Was ist Mikroplastik? Mikroplastik sind kleine Plastikteilchen bis einschließlich 5 Millimeter. Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Primäres Mikroplastik wird bewusst in kleiner Größe hergestellt (z.B. als Mikrokügelchen für die Verwendung in Kosmetikprodukten), während sekundäres Mikroplastik durch den Zerfall von Plastikgegenständen entsteht. 

Wie kommt das Mikroplastik in die Weltmeere? Zur industriellen Verarbeitung hergestellte Plastikpellets gelangen als primäres Mikroplastik (z.B. durch Verlust beim Überseetransport) in die Meere, oder werden für die Herstellung von Kunststoffprodukten wie Kleidung und Verpackungen verwendet. Wird Plastikmüll in Flüsse und Meere eingetragen, wird er durch Wetter und Gezeiten zu sekundärem Mikroplastik zerkleinert. Es setzt sich am Meeresboden ab, oder wird von Meerestieren aufgenommen, wodruch es in die Nahrungskette einsteigt. Was viele Menschen nicht bedenken: beim Waschen von synthetischer Kleidung und durch die Verwendung von Kosmetikprodukten gelangen kleinste Plastikteilchen in unser Abwasser,damit in den Wasserkreislauf und ins Meer. Laut Umweltbundesamt stammen 35% des Miktroplastiks in den Ozeanen allein von synthetischer Kleidung. Weitere 35% kommen von Reifenabrieben und Straßenmarkierungen.

Welchen Schaden kann Mikroplastik anrichten? Für Meerestiere ist das Mikroplastik besonders gefährlich. Sie halten es für Futter und verhungern trotz vollem Magen, oder werden durch die gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel stark geschädigt. Außerdem können sich Pestizide, Schwermetalle und weitere Umweltgifte besonders gut an die Plastikteilchen heften. Plankton und andere Meereslebewesen nehmen das Mikroplastik und damit die Schadstoffe auf, wodurch sie in die Nahrungskette und dadurch auch in den menschlichen Organismus gelangen. Die Anreicherung von Plastik in der Nahrungskette stellt aufgrund dessen langer Haltbarkeit ein grundsätzliches Problem dar.

Was kann ich gegen die Plastikflut tun? Der weltweite Plastikverbrauch muss eingeschränkt werden. Jeder kann etwas dafür tun! Anstatt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, kann man beispielsweise Leitungswasser trinken, oder auf Mehrwegflaschen aus der Region zurückgreifen. Coffe-to-go Becher lassen sich vermeiden, indem man seinen eigenen Becher mitbringt, oder sich die Zeit nimmt, den Kaffee im Café zu trinken. Obst, Gemüse und weitere Lebensmittel sind unnötig verpackt. Das brauchen wir nicht. Im Handel werden mittlerweile kleine Säckchen für unverpackte Lebensmittel angeboten, die uns die Plastiktüten ersparen. Man kann an der Wurst-und Käsetheke auch selbst mitgebrachte Behälter befüllen lassen. Öfter frisch zu kochen, anstatt verpackte Fertigprodukte zu kaufen, ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit gut. 

Wie kann ich Mikroplastik vermeiden? Um zu verhindern, dass Plastikteilchen aus Kosmetikartikeln und Reinigunsprodukten ins Abwasser gelangen, kann man diese zum Beispiel selbst herstellen. Im Internet gibt es hierfür viele hilfreiche Rezepte und Anleitungen. Für das Problem des Plastiks in synthetischer Kleidung werden im Moment spezielle Bälle entwickelt, die man mit in die Waschmaschine legt. Während dem Waschvorgang ziehen sie die Mikrofasern an und halten sie fest. 

 

Mikroplastik ist schädlich für Umwelt, Tier und Mensch. Für eine gesunde Zukunft ist es wichtig, die Plastikmassen einzudämmen. Bei kommenden Veranstaltungen im Nürnberger Land wird Greenpeace Nürnberg einen exklusiven Informationsstand zu Plastik und Mikroplastik anbieten. Wir freuen uns darauf, dort mit Ihnen über dieses wichtige Thema ins Gespräch zu kommen!