So ein Saustall!

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Gegen die Tierhaltungsbedingungen bei der Lidl-Billigfleischmarke „Landjunker“ haben wir heute am Lidl-Markt in der Cuxhavener Straße protestiert. Dazu verwandelten unsere Aktivisten den Markt optisch in einen konventionellen Schweinestall. Großflächig auf die Fenster geklebte Fotos zeigten die Tiere in ihren engen Ställen, über Lautsprecher war das aufgeregte Quieken vieler Schweine zu hören, es klang, als würden die Kunden direkt in einem Mastbetrieb einkaufen gehen. Im Inneren wurden außerdem die Fleischprodukte mit Warnhinweisen (z.B. "Mit Antibiotika!") gekennzeichnet.

Für Discounter-Billigfleisch leiden Tiere millionenfach in deutschen Ställen. Um ihren Bedarf selbst decken zu können, müssten die Nürnberger 89 durchschnittlich große Mastställe in der Stadt akzeptieren - mit allen verbundenen Umweltfolgen und den damit einhergehenden tierquälerischen Zuständen in der Mast. Zu viel Gülle verschmutzt unser Trinkwasser und der hohe Einsatz von Antibiotika sorgt für immer mehr multiresistente Keime in der Umwelt.

Lidl muss umdenken  und  seinen  Kunden  Fleisch  von  Tieren  aus  besseren Haltungsbedingungen liefern! In einem Rechtsgutachten hat Greenpeace die Zustände in der Schweinehaltung genau beleuchtet und kommt zu dem Schluss, dass die derzeit gesetzlich zulässigen Standards gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Sie wird den Bedürfnissen der Schweine nicht gerecht: Statt acht Stunden Wühlen auf der Suche nach Pilzen, Wurzeln und Würmern bekommen die meisten Schweine zweimal täglich Futter vor die Nase gekippt – und vertilgen dieses in wenigen Minuten im Streit mit dicht stehenden Nachbarn. Daneben ist ihr Leben öde (vollständiges Rechtsgutachten unter http://gpurl.de/iNK6z).

Bessere Haltungsbedingungen suggeriert auch das Siegel der „Initiative Tierwohl“, das Supermärkte wie Lidl und Aldi auf ihre Fleischverpackungen drucken lassen. Doch die „Tierwohl“-Vorgaben genügen den Anforderungen des Tierschutzgesetzes ebenfalls nicht: Zu niedrig sind die Standards. Dazu kommt: Obwohl nur ein Bruchteil des Lidl-Schweinefleisches wirklich aus „Tierwohl“-Haltung stammt, wird das Logo auf alle Produkte gedruckt. Das Bundeskartellamt fordert daher Nachbesserungen. Die zahlreichen Label und Siegel geben oft wenig Aufschluss über die Tierhaltungsbedingungen. 

Online  mehr Transparenz über Standards und Defizite bei der Fleischkennzeichnung unter www.greenpeace.de/chativist und www.greenpeace.de/Siegelratgeber